Entwicklungshilfe in Ostafrika

Die Ruanda-Gilde

Seit dem Schuljahr 2014/15 läuft in Louisenlund die „Ruanda-Gilde“ - mit derzeit 14 Schülerinnen und Schülern aus den Jahrgängen E bis Q2. Am Beispiel Ruandas analysieren wir in wöchentlichen Workshops die Probleme und Perspektiven Afrikas im 21. Jahrhundert, befassen uns mit Genozid-Theorie, zentralen Fragen globaler Gerechtigkeit, mit den Bedingungen für erfolgreiche oder scheiternde Entwicklung und mit der Frage, ob und wie Entwicklungshilfe überhaupt gelingen kann.

Übergeordnetes Ziel der Gilde ist es, ein eigenes Louisenlunder Entwicklungsprojekt in Ruanda zu etablieren: die nachhaltige Unterstützung zweier Vorschulen („Nursery Schools“) für 175 Kinder aus den ärmsten Familien in Kicukiro und Ntarama. Beide Projekte wurden in den Jahren 2011 bis 2015 unter Verantwortung des Gildenleiters Hauke Nagel realisiert. Langfristig soll die Nursery School in Ntarama (siehe Bilder) zu einer Primarschule mit vier Klassenstufen ausgebaut werden.

Im Juli 2016 sind acht Gildenschüler zu einer Projektsondierung nach Ruanda gereist, um beide Schulstandorte in eigener Anschauung kennenzulernen. Die Louisenlunder Schüler haben in Ntarama ein kleines Schulfest für die Kinder und ihre Eltern organisiert, unter Anleitung der Lehrkräfte die drei- bis sechsjährigen Vorschulkinder in Englisch und Mathematik unterrichtet und mit Lehrern, Eltern und Schülern über die alltäglichen Schulprobleme und den spezifischen Entwicklungsbedarf diskutiert.

Auch der Grundstein für die „Louisenlunder Kaffee-Edition“ wurde gelegt: Anfang Oktober werden 300 kg edelster Hochlandkaffee aus Ruanda in Louisenlund angeliefert und von der Rösterei „Frieda-Kaffee“ in Nübelfeld geröstet – ein einzigartiges Produkt höchster Qualität: fair gehandelt, sortenrein, in „fully-washed“-Aufbereitung, handsortiert, von einer einzigen Plantage im  Gitesi-Hochland am Kivu-See. Auf der Plantage wurden die Schüler von Kaffeebauer Aimé Gahizi in die Geheimnisse von Anbau, Waschung und Sortierung eingeweiht. Ab November wird der erste „Louisenlunder Hochlandkaffee“ zu kaufen sein. Der gesamte Erlös wird für die Unterstützung der Vorschule in Ntarama verwendet.

Die nächste Ruanda-Reise mit acht Louisenlundern wird voraussichtlich im Juli 2017 stattfinden. Neben der Vorbereitung auf die besonderen sozialen und (inter-)kulturellen Aspekte geht es in der Gilde auch darum, Spendengelder einzuwerben, mit deren Hilfe die Louisenlunder Entwicklungsprojekte in Kicukiro und Ntarama dauerhaft unterstützt werden können.
Detaillierte Informationen dazu, zu allen Projektvorhaben und zur Louisenlunder Kaffee-Edition können bei Hauke Nagel per E-Mail unter hauke.nagel(at)ouisenlund.de erfragt werden.