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Theater in Louisenlund

Die Theatergilde Louisenlund (Schloss) präsentiert

Goethe: Faust

Der Tragödie erster Teil


am

Donnerstag, 4. Februar (Premiere)
Freitag, 5. Februar 2010
jeweils 20. 00 Uhr Kunst- und Kulturhalle Louisenlund

Verzweiflung über die Begrenztheit menschlichen Wissens, ja überhaupt der menschlichen Existenz und der ungestillte Erfahrungshunger – das ist Fausts Schicksal und Verhängnis. Daher der Hang zur Alchimie, zur Quacksalberei, zur Geisterbeschwörung. Immer sind seine Ziele unerreichbar: zu wissen, was die Welt im Innersten zusammenhält; der Sonne hinterher zu fliegen; Kontakt mit den Geistern herzustellen; irgendwie ein Gott zu sein. Stattdessen lebt er in seiner Gelehrtenstube, umgeben von Büchern, Instrumenten und präparierten Tierleichen. Der Frust reicht beinahe bis zum Selbstmord. Vielleicht liegen hinter dem Erdendasein die ersehnten neuen Ufer?

Mephistopheles, der Teufel, ist dafür zuständig, die Menschen herauszufordern. Er hat mit dem HERRN eine Wette (wie er es nennt) laufen, er könne diesen Faust vom rechten Weg abbringen. Und schon bietet Mephisto nach allerhand Brimborium Faust ein Geschäft an:
Er, Mephisto, werde Fausts Diener und ihm jeden Genuss der Welt offerieren, nach dem Tod müsse Faust umgekehrt ihm dienen. Faust schert sich nicht um das Jenseits, willigt aber ein, dass sein Leben vorbei sein soll, wenn er je den Augenblick der Befriedigung erreiche.

Jetzt geht es Schlag auf Schlag: Alkohol in Auerbachs Keller? Öde. Verjüngung durch den Hexenzaubertrank? Das wirkt! Und schon beginnt die Liebesgeschichte: „Mein schönes Fräulein, darf ich’s wagen, meinen Arm und Geleit ihr anzutragen?“ Sie endet tragisch. Faust lädt zahlreiche Verbrechen auf sein Haupt. Der HERR scheint am Ende blamiert.

Zündet dieses Werk noch in einer Zeit, da die Menschheit den genetischen Code des Lebens geknackt hat? Viele Grenzen, an die die Zeitgenossen Goethes gestoßen sind, haben wir umgerannt. Vielleicht müssen wir uns umgekehrt wieder die Folgen des entgrenzten Lebens vor Augen halten. Die Zerrissenheit zwischen dem Drang zum Unmöglichen und den Grenzen der Gegebenheiten bleibt freilich trotz veränderter Umstände die grundlegende Bedingung unserer menschlichen Existenz. Außerdem ist der Faust ein großartiges Sprachkunstwerk, ein Fass voller Phantasie, das wir für Sie mit den Mitteln des Schultheaters anstechen wollen.

Impressionen