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Eine große Menschenmenge sitzt auf Stühlen im Freien vor einem historischen Gebäude. Auf einer Bühne mit rotem Dach findet eine Veranstaltung statt, während Zuschauer aufmerksam zuhören.

Abschlussfeier in der IB World School Louisenlunnd

Vor der Schlosskulisse Louisenlunds fand am 22. Mai die Abschlussfeier für die 26 Absolventinnen und Absolventen der IB World School statt. Eltern, Großeltern, Geschwister, Kollegium und Prinz Alexander hatten sich eingefunden, um den jungen Menschen zum Ende ihrer Schulzeit zu gratulieren. Die offiziellen IB-Diplome werden erst zu einem späteren Zeitpunkt zugeschickt, dafür erhielten die Schülerinnen und Schüler an diesem Tag das High School Diploma der New England Association of Schools and Colleges, der Akkreditierungsorganisation für viele angesehene Bildungseinrichtungen weltweit. 

Absolventen in blauen Graduationsumhängen gehen durch einen gepflegten Garten mit Buchsbaumhecken, im Hintergrund ist ein Gewässer und Bäume zu sehen.

Für jede Schülerin, jeden Schüler fanden die Mentorinnen und Mentoren persönliche Worte. Sie lobten ihren Ehrgeiz, die Neugier und den Fleiß. Sie erinnerten aber auch an kleine Anekdoten im Schulalltag, an Eigenheiten, Marotten und hervorstechende Charaktereigenschaften, stets mit einem Prise Humor und einem Augenzwinkern. 

Nach der feierlichen Übergabe der Urkunden warfen die jungen Absolventinnen und Absolventen an der Sonnenuhr im Schlosspark begeistert ihre Hüte in die Luft. Ein symbolischer Akt, der bei keiner IB-Abschlussfeier in Louisenlund fehlen darf. Im Anschluss empfing Prinz Alexander die Schülerinnen und Schüler in der herzoglichen Wohnung zur traditionellen Gurkenbowle.

Eine Person in heller Kleidung spricht am Rednerpult unter einem roten Zelt. Im Hintergrund sitzt ein Mann in Anzug und Krawatte. Vor ihnen sind Schüler mit blauen Abschlussmützen zu sehen.

Petra Hau, Leiterin der IB World School, sprach in ihrer Festrede über den Weg, den die Klasse in den vergangenen zwei Jahren genommen hat. Sie verglich den Einstieg ins Diploma Programme im Sommer 2024 mit dem Bild von Touristen am Fuße eines Berges – gespannt auf die Aussicht, aber nicht ganz auf den Aufstieg vorbereitet. Die richtige Lernphase, so der Eindruck einiger, beginne ohnehin erst im zweiten Jahr. 436 Klausuren später stehe die Klasse anders da. Den Wendepunkt setzte Hau auf den Februar 2026: Das Schuljahresmotto „Get Unstuck" habe nie besser zu einem Jahrgang gepasst. „You stopped waiting for motivation to magically appear and began building consistency instead", richtete sie sich an die Absolventinnen und Absolventen.

Hau erinnerte an Schlüsselmomente dieser Entwicklung: an einen Abend im Kutterschuppen, an dem die Visual-Arts-Schülerinnen und -Schüler bis spät an ihren Ausstellungsstücken arbeiteten, einander halfen und ihr selbst die Studio-Pieces erklärten; an das Easter Revision Camp, in das viele quasi eingezogen waren und vom Morgen bis zur Nachtruhe lernten; an das dreigängige Abendessen, zu dem die Klasse sie inmitten der Prüfungswochen einlud; und an die ukrainische Polka, eingeladen von der ukrainischen Schülergruppe. Auch in stressigen Phasen, so Hau, habe der Jahrgang die Fähigkeit nicht verloren, Menschen zusammenzubringen.

In Anlehnung an Daniel Golemans Buch „Focus: The Hidden Driver of Excellence" gab Hau den Absolventinnen und Absolventen mit, dass Fokus nicht bedeute, länger zu arbeiten, sondern zu erkennen, was zähle, und auf den Weg zurückzufinden, wenn man ihn verloren habe. Daneben stellte sie die Werte: Freundlichkeit, Integrität, Demut, Respekt, Mut und Mitgefühl. „Our values are both our roots and our wings", so Hau – Wurzeln und Flügel. Was später bleibe, sei nicht die einzelne Leistung, sondern das Gefühl, das man anderen gegeben habe.

Absolventinnen und Absolventen in blauen Graduationsumhängen umarmen sich feierlich im Freien. Im Hintergrund ist ein See und grüne Bäume zu sehen. Einige halten ihre Abschlusszeugnisse in den Händen.

Stiftungsleiter Dr. Peter Rösner wandte sich in seiner Rede zuerst an die Eltern. Begriffe wie TOK, CAS, Mock-Exams und Extended Essay seien in den vergangenen Jahren Teil der Familiensprache geworden. Auch für sie ende heute ein Lebensabschnitt. Er dankte ihnen für das Vertrauen, das es gebraucht habe, ihre Kinder in die Obhut der Schule zu geben. „Heute“, so Rösner, „dürfen sie stolz sein, auf ihre Kinder und auf sich selbst.“

Den Absolventinnen und Absolventen widmete Rösner einen Gedanken zur Weisheit. Aus dem Buch der Sprüche zitierte er: „Ich war seine Freude Tag für Tag und spielte vor ihm allezeit." Weisheit, so Rösner, sei keine ehrwürdige Statue, sondern verspielt, schöpferisch, eine Mitgestalterin. Sie entstehe dort, wo Wissen auf Erfahrung und Mitgefühl treffe, wo man nicht nur frage, was man erreichen könne, sondern auch, wem es nütze.

Drei Bitten gab Rösner der Klasse mit auf den Weg: „Gestaltet eure persönliche Zukunft", „übernehmt Verantwortung in Politik und Wirtschaft", „dient der Gesellschaft bewusst und freiwillig". Demokratie und Freiheit seien fragiler, als man oft denke. Eine starke Gesellschaft lebe davon, dass jeder Einzelne bereit sei, mehr zu geben, als er müsse. 

Sein Schlusswort, bevor die Urkunden überreicht wurden, griff das Bild aus dem Buch der Sprüche noch einmal auf: „Und wann immer ihr könnt: Spielt mit der Weisheit."

Sechs Absolventen in blauen Abschlussroben und Hüten stehen applaudierend im Freien. Im Hintergrund sind Zuschauer auf Stühlen zu sehen, umgeben von Bäumen.

 

Im Rahmen der Feierstund erhielten Sophie Schnölzer und Nelson Igwecks die King-Constantin-Medal für ihr besonderes Engagement bei Round Square.

„Wir sind unfassbar stolz auf euch“, sagte Sophie Hertz von Hoff, stellvertretend für alle Eltern. Besonders das vergangene Jahr habe den Jugendlichen viel abverlangt, gleichzeitig seien viele dabei „über sich selbst hinausgewachsen“. Freundschaften, Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung hätten die Gemeinschaft geprägt. 

Sie dankte außerdem Louisenlund und allen Menschen, die die Schülerinnen und Schüler begleitet haben. Lehrkräfte, Mentorinnen und Mentoren sowie die Schulleitung hätten die jungen Erwachsenen inspiriert und unterstützt. Mit Blick auf die Zukunft hieß es: „Die Welt liegt euch nun zu Füßen.“  Zum Abschluss gab sie den Jugendlichen noch einen sehr persönlichen Wunsch mit auf den Weg: Sie mögen ihren eigenen Wert niemals nur an Leistung messen, Hoffnung bewahren und daran glauben, dass auch kleine Beiträge einen Unterschied machen können. „Dass die Welt friedvoller und gerechter werden kann“ – dieser Gedanke solle sie auf ihrem weiteren Weg begleiten.