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Voice of Lund - Wenn Louisenlund zur Showbühne wird

Es war wieder so weit: Voice of Lund stand an. In der Kunst- und Kulturhalle wurde die Musikanlage aufgedreht, überall Glitzer und bunte Klamotten – der krasse Gegensatz zum normalen Schulalltag. Wenn dieser Abend stattfindet, weiß jeder: Jetzt wird's laut. Bei „Voice of Lund“ bleibt die akademische Ernsthaftigkeit im Klassenzimmer, hier werden Hausaufgaben gegen kompromisslose Bühnenpräsenz getauscht.

Voice of Lund ist kein normaler Talentwettbewerb. Hier sieht man Schüler, die sich Dinge trauen, die man ihnen nie zugetraut hätte. Und Lehrer, die plötzlich auf der Bühne stehen und zeigen, dass sie auch ein anderes Leben haben. Von Solo-Auftritten bis zu kompletten Bandperformances – 2026 war wieder alles dabei. Manche Auftritte waren richtig gut, andere eher... naja, lustig.

Natürlich darf eine fachkundige – und manchmal herrlich fiese – Jury nicht fehlen. Unsere Experten saßen an den roten Buzzern. Sie lobten, lästerten und zerrissen die ein oder andere Performance mit einem Augenzwinkern in der Luft.  Bei Voice of Lund zählt nicht nur jeder Ton, sondern vor allem die Show - ein Abend voller Überraschungen, schräger Kostüme und Gänsehaut-Momente. 

Mit Mathjelehrer Christopher Tropp am Klavier und einem selbst komponierten Begrüßungs-Song startete die Bühnenshow. Gewohnt charmant moderierten Liz und Maxx durch das knapp zweistündige Programm. Sie stellten zu Beginn die Jury vor: Schrill und bunt präsentierte sich JP Wild, angeblich Tourmanager von Michael Jackson. Auch J Brownie setzte auf ein Outfit mit Hingucker-Garantie. Optisch kein Genuss waren da die beiden letzten Jurymitglieder, das Duo Frank und Uschi-Kreisliga. 

Die Jury fackelte nicht lange: Der Auftritt der Kombo „Aktive Akazie“ mit ihrem Song „Jetset“ wurde trocken als „Kreisliga-C-Niveau“ abgestempelt. Ganz anders Sonja: Sie sang den Musical-Klassiker „Let it go“ in so vielen verschiedenen Sprachen, dass die Jury direkt das Ticket für die „Champions League“ löste. 

„Die Mädels aus der Försterei versuchten es mit „Flash mich“, doch J Brownie war vor allem von den „20.000 Tönen“ geflasht, die sie dort hörte, wo sie eigentlich gar nicht hingehörten. Charlize hingegen bewies mit „Crazy“, wie ein echtes Solo klingt, und sicherte sich damit einen starken zweiten Platz.

Musikalisch ging es Schlag auf Schlag weiter: Die „Falkenberger“ lieferten mit „Tau mich auf“ einen Song ohne Tiefgang, aber mit absoluter Gute-Laune-Garantie. Es folgten Sara & Julia („Home“), die „East Gate Winzer“ mit „Griechischem Wein“ und „Die 3 Eschperten“, die als „Astronauten“ abhoben. Auch Pibo („Call me maybe“) heizte ein, bevor Flori mit einer Gänsehaut-Version von „Someone like you“ endgültig alles abräumte und sich den verdienten ersten Platz sicherte.

Außer Konkurrenz, aber mit vollem Einsatz, zeigten die Lehrer, was in ihnen steckt: Im Hippie-Look schickten „The Mamas & The Papas“ 99 Luftballons auf die Reise. Den krönenden Abschluss machte schließlich der Chef persönlich. Nachdem Stiftungsleiter Peter Rösner vor zwei Jahren noch als Falco-Double die Halle abriss, reihte er sich diesmal in eine Boygroup ein: Die „Rösner Harmonists“ besangen charmant ihren „kleinen grünen Kaktus“ und setzten den Schlusspunkt unter einen unvergesslichen Abend. 

Richtig drauf haben es auch Kunstlehrer David und Drummer Konrad. Die beiden zeigten eindrucksvoll, wie virtuos sie ihre Instrumente beherrschen. Danach blieb niemand auf seinem Sitz!

Am Ende durfte das Publikum über die Gewinner abstimmen. In der Kategorie „Bands“ gewannen die Mädels  „Falkenberger“ vor dem, „Piratenboden“.  Bei den Solisten und Kleingruppe bekam Flori die meisten Stimmen vor Charlize und Sonja.

Doch was wäre das Rampenlicht ohne die Menschen, die es überhaupt erst zum Leuchten bringen? Bevor die Scheinwerfer endgültig erloschen, wurde es noch einmal emotional: Ein riesiges Dankeschön und reichlich Präsente gingen an die vielen helfenden Hände und die Architekten des Erfolgs im Hintergrund. Ob die Technik-Crew, die Handwerker oder die Reinigungskräfte, sie alle sind das eigentliche Rückgrat von „Voice of Lund“. Ohne diesen unermüdlichen Einsatz hinter den Kulissen wäre die Show in der Kunst- und Kulturhalle schlicht undenkbar.