Meta-Pixel

Zauberei, Machtspiele und der Mut, den eigenen Weg zu gehen – die Theatergilde Louisenlund hat sich in diesem Schuljahr etwas Großes vorgenommen: Krabat. Die düstere Geschichte rund um den Waisenjungen, der in eine unheimliche Mühle gerät, wurde zu einem packenden Theaterabend voller Emotion, Spannung und starker Auftritte.

Gleich zu Beginn war klar: Hier geht’s nicht nur um Magie – hier geht’s um Entscheidungen, um innere Kämpfe, um das Erwachsenwerden. Jakob van der Lip überzeugte in der Hauptrolle als Krabat mit feinem Gespür für die Zerrissenheit seiner Figur. Mal neugierig, mal voller Zweifel, mal mutig – er nahm uns mit auf seine Reise durch eine Welt, in der nichts so ist, wie es scheint.

Jakob van der Lip in der Rolle des Krabat

Die Bühne – spärlich, symbolisch, fast karg – war die Mühle im Koselbruch. Hier herrschte nicht ein einfacher Müller, sondern eine Meisterin – Doreen Malena Lißner brillierte in dieser Rolle mit kalter Autorität und verführerischer Energie. Sie machte sichtbar, wie leicht junge Menschen sich blenden lassen, wenn ihnen scheinbar einfache Lösungen für komplexe Probleme angeboten werden.

Aber auch das Ensemble rundherum machte die Mühle im Koselbruch lebendig: Lucia Wiederhold als Tonda brachte eine berührende Ruhe und Tiefe in ihre Rolle.
Ella Nau als Jura sorgte mit ihrer direkten Art für tolle Momente zwischen Ernst und Witz. Und Renke Hattendorf als Lyschka sowie Mara Angelè, Felicitas Kuba und Christoph von Rodbertus fügten sich mit ihren Rollen wunderbar in das dichte Geflecht der Geschichte ein.

Ein echtes Highlight war auch Hanna Pistor als Kantorka. Sie war der Lichtblick, die Hoffnung, die Stimme, die nicht laut sein musste, um stark zu wirken. Ihre Präsenz hatte etwas Beruhigendes – sie zeigte uns, dass es auch eine andere Art von Kraft gibt: leise, ehrlich und klar.

Hinter den Kulissen sorgten Till-Luis Eickelberg, Kieron Klinge und Johann van der Lip für die passende Atmosphäre. Licht, Ton, Timing – alles stimmte. Die Bühne war minimalistisch, aber wirkungsvoll. Genau richtig für diese dichte, fast symbolische Geschichte.

Die Inszenierung von Jan Patrick Faatz und Sinja Trotter war mutig. Sie haben Krabat nicht als reines Märchen inszeniert, sondern als Spiegel unserer Zeit. Denn wer kennt sie nicht, diese Versuchung, sich anzupassen? Den Wunsch, schnell erfolgreich zu sein, auch wenn man dafür ein Stück von sich selbst aufgeben muss? Krabats Geschichte erinnerte uns daran, wie wichtig es ist, auf sich selbst zu hören – und wie sehr wir manchmal andere brauchen, um diesen Weg auch wirklich zu gehen.

Am Ende gab’s großen Applaus – und das völlig zu Recht. Denn was die Theatergilde hier auf die Bühne gebracht hat, war mehr als eine Schulaufführung. Es war ein starkes Stück mit starken Schüler:innen, voller Herz, Verstand und Tiefe. Danke an alle, die dieses Projekt möglich gemacht haben – auf, vor und hinter der Bühne. Ihr habt nicht nur Theater gespielt. Ihr habt bewegt.